Schadstoffe in Lebensmitteln Teil 3

Teil 3:
Potentielle (unter bestimmten Umständen nicht auszuschließende) Risiken durch Schadstoffe in Lebensmitteln

Im Unterschied zu den Ausnahmefällen massiver Schadstoffverunreinigungen, die zu Lebensmittelvergiftungen führen können, stellen die in der Bundesrepublik Deutschland normalerweise anzutreffenden Gehalte von Schadstoffen in Lebensmitteln keine konkrete Gefahr dar. Wie in den Ernährungsberichten der vergangenen Jahre festgestellt wurde, war eine Gefährdung der Gesundheit des Verbrauchers durch Verzehr rückstandshaltiger und verunreinigter Lebensmittel aus den jeweiligen aktuellen Datenlagen nicht zu erkennen. Herausgeber der Ernährungsberichte, die alle vier Jahre erscheinen, ist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. in Frankfurt a.M.

Wenn trotzdem bei bestimmten Kontaminanten und Rückständen in Lebensmitteln vorsorglich von Risiko gesprochen wird, so ist damit kein konkretes, sondern ein potentielles Risiko gemeint. Auch wenn eine tatsächliche Gefahr nicht nachgewiesen ist, scheint in diesen Fällen aus verschiedenen Gründen langfristig keine ausreichende Sicherheit zu bestehen. Bei einigen der betreffenden Stoffe ist der Abstand zwischen Exposition und toxischer Dosis zu gering und für viele Stoffe lässt sich nur unvollkommen und noch nicht endgültig abschätzen, welche Aufnahmemengen wirklich unbedenklich sind. Bei anderen Stoffen, z.B. denen mit krebsfördernden Eigenschaften, kann grundsätzlich keine Schwellendosis angegeben werden. Deshalb wird in solchen Fällen vorsorglich davon ausgegangen, dass selbst sehr kleine Aufnahmemengen, wie sie durch den Verzehr gering kontaminierter Lebensmittel möglich sind, ein potentielles Risiko darstellen, ohne dass dieses Risiko konkret belegt und quantitativ (mit Zahlen) beziffert werden kann.

Zu den Umweltkontaminanten, deren normaler Gehalt in Lebensmitteln als potentielles Risiko zu betrachten ist, gehören zum Beispiel die allgegenwärtigen bzw. überall vorkommenden (ubiquitären) Schwermetalle Blei, Cadmium und Quecksilber und das in pflanzlichen Lebensmitteln und im Trinkwasser weit verbreitete Nitrat:

Nach früheren Auswertungsergebnissen der Zentralen Erfassungs- und Bewertungsstelle für Umweltchemikalien des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes kann eine Gefährdung der Verbraucher mit Schwermetallen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Die von JECFA, einem Expertengremium der Weltgesundheitsorganisation, aufgestellten vorläufig duldbaren wöchentlichen Aufnahmemengen (PTWI-Werte) für Blei, Cadmium und Quecksilber werden je nach Berechnungsansatz von den Lebensmitteln eines typischen Warenkorbes durchschnittlich zwischen 25% und 70% ausgeschöpft. Zieht man den Medianwert der Gehalte dieser Schwermetalle in Lebensmitteln heran, ergibt sich eine Ausschöpfung der PTWI-Werte von jeweils etwa 30%. Das sind keine beängstigenden Auslastungen. Auch wenn gelegentlich Lebensmittel zum Verzehr gelangen, die höhere Gehalte aufweisen, findet in der Regel ein Ausgleich zwischen stärker und weniger belasteten Lebensmitteln innerhalb des gesamten Warenkorbes und über längere Zeiträume statt. Trotzdem ist aber bei diesen Schwermetallen von einem potentiellen Risiko auszugehen, weil die Gefährdung für bestimmte Verbrauchergruppen, z.B. wegen besonderer Verzehrsgewohnheiten, zusätzlicher Exposition aus anderen Quellen und besonderer Empfindlichkeit, größer sein kann, als aus Vorsorgegründen tolerabel erscheint.

Die durchschnittliche wöchentliche Aufnahme von Nitrat aus Lebensmitteln einschließlich Trinkwasser wurde in der Bundesrepublik auf der Grundlage der in Lebensmitteln gemessenen Median- und Mittelwerte für den männlichen Erwachsenen mit 845,5 bzw. 1267,2 mg/Woche ermittelt. Dies entspricht einer Auslastung des ebenfalls vom JECFA aufgestellten Akzeptierbaren täglichen Aufnahmewertes (ADI-Wertes) von 3,65 mg Nitrat/kg Körpergewicht in Höhe von 47% bzw. 71 %. Diese Durchschnittsbelastung mit Nitrat ist noch als vertretbar anzusehen, es muss gelegentlich und besonders bei speziellen Verzehrsgewohnheiten aber auch mit einer Überschreitung des ADI-Wertes gerechnet werden. Außerdem muss bedacht werden, dass die eigentliche Problematik nicht in der Toxizität des Nitrats, sondern in der im Körper stattfindenden (endogenen) Umwandlung von Nitrat in Nitrit und der möglichen endogenen Bildung krebsfördernder Nitrosamine liegt. Obwohl das Ausmaß dieser endogenen Nitrosaminbildung und ihrer Beeinflussung durch die Nitratzufuhr kontrovers diskutiert wird und noch nicht endgültig abgeschätzt werden kann, welche konkrete gesundheitliche Bedeutung sie hat, erscheint auch hier die Annahme eines potentiellen Risikos berechtigt.

Über diese Beispiele hinausgehend, bestehen potentielle Risiken im weitesten Sinne grundsätzlich bei allen Lebensmittelinhaltsstoffen, auch den natürlichen Bestandteilen, zugelassenen Zusatzstoffen und zulässigen Rückständen von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und Futterzusatzstoffen. Die absolute Sicherheit lässt sich im strengen Sinne niemals beweisen, weil toxikologische Untersuchungen nicht alle denkbaren Effekte erfassen können und jede Beurteilung mit Ungewissheiten behaftet ist. Die Unbedenklichkeit von Zusatzstoffen und Rückständen im Rahmen der festgelegten Höchstmengen ist jedoch heute durch umfangreiche toxikologische Untersuchungen unter Einbeziehung von Sicherheitsfaktoren soweit abgesichert, dass hier im allgemeinen nur von einem unvermeidbaren Restrisiko gesprochen werden kann. Ein solches Restrisiko, das hypothetischer Natur ist und sich näherer Beschreibung entzieht, lässt sich vernünftigerweise (wie viele andere Risiken des täglichen Lebens auch) und in Abwägung der Notwendigkeit einer gesicherten Ernährung in Kauf nehmen.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

Suche:

 

Leserbrief schreiben

Lesermails / -kommentare

Lecker
Toll gemacht! Fernsehköche Adieu.
Suschna (anonym) - 2008.06.17, 10:18
Dankeschön!!
Es war wirklich ein schönes Fest. Auch war es...
Kyra Ritschewald (anonym) - 2008.06.04, 13:55
ZU VERSCHENKEN!
Mit diesem Hinweis - auf einer A3 oder A4 Seite - wurden...
macroha - 2008.05.18, 23:12
Na, wenn der Rasen in...
wird ja alles wieder gut. Da gab es doch die skeptischen...
schue - 2008.05.15, 23:07
Zufall, keine Montage.
Als alter Wassersportler ist mir die Tradition als...
macroha - 2008.05.13, 20:13
Prost bei Durchblick!
Übrigens Blickachse: In einer TV-Sendung über...
schue - 2008.05.13, 20:00
Unsere Briefträgerin
Bei dem Berg muss sie ja sausen und dennoch: Bei uns...
ebeli - 2008.05.09, 22:53
Bekanntes Gesicht, unbekannter...
so ist das nun mal mit Leuten, die unseren alltäglichen...
schue - 2008.05.09, 09:39
Hier noch einmal die...
des Senats aus dem Jahre 1995 auf unsere Fragen - als...
macroha - 2008.05.07, 20:38
Ein schöner und...
der mich völlig überzeugt. Als Kunstbetrachter...
schue - 2008.05.05, 09:07

Eichkamp-News Aktuell

Mitteilungsblatt
Das aktuelle Mitteilungsblatt finden Sie in Ihrem Briefkasten...
e18 - 2008.07.04, 07:28
Erinnerung: Tag der offenen Gärten
von e18 Am 5. Juli öffnen dieses Jahr Eichkamper...
e18 - 2008.07.03, 13:30
Nochmal Albert Speer
von Uwe Neumann Hans Stephan »Die große...
e18 - 2008.07.03, 08:52
ERINNERUNG: Forum Eichkamp am 8. Juli, 19.30h
von e18 Der nächste "ordentliche" Termin des...
e18 - 2008.07.02, 07:24
Die alten Römer in der Waldschule
von e18 Die Wald-Oberschule vermeldet eine sensationelle...
e18 - 2008.07.01, 07:41
Gratulation dem Europameister
von e18 Die Spanier hatten gestern nicht nur die...
e18 - 2008.06.30, 07:45
Das Sonntagsrätsel
von e18 Anklicken zum Vergrößern Das...
e18 - 2008.06.29, 09:00
Tag der offenen Gärten in der Siedlung Heerstraße
von e18 Dieses Wochenende hat's in sich: Kino unterm...
e18 - 2008.06.27, 10:55
Kino unterm Eichkamp-Himmel diesen Samstag
von e18 Samstag abend erwartet uns wieder Kino für's...
e18 - 2008.06.26, 18:01
WIENALE!
von e18 Wir sind im Finale! Über 100 Eichkamper...
e18 - 2008.06.25, 23:20

Homepages aus dem Kietz

______________________________ GospelBootBerlin ______________________________ Ewald Schürmann ______________________________ Pension Rotdorn ______________________________ Westend-Apartments

Alt oder Jung?

Online seit 1102 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2008.07.01, 22:19

Besucherzähler aktiv seit: 20.01.2007

kostenloser Counter


01 Termine
02 News
03 Mitmachen
04 Geschichte
05 Denkmalschutz
06 Kummerkiste
08 Tipp
09 Einblicke
10 Kunst & Kultur
11 Kirche
12 Kinder
13 Schulen
14 Wir kochen & essen
15 Was wir essen
16 Menschen
17 Garten
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren