Schadstoffe in Lebensmitteln - Teil 6

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Teil 6 Schlussbetrachtung

Wie die beschriebenen Beispiele zeigen, können sowohl normale Inhaltsstoffe und Verunreinigungen natürlichen Ursprungs als auch anthropogene (vom Menschen verursachte) Kontaminanten in Lebensmitteln, wenn sie in toxischen Mengen aufgenommen werden, Gesundheitsschäden bis hin zu schweren Vergiftungen mit letalem (tödlichem) Ausgang verursachen. Da dies erfahrungsgemäß nur unter ungünstigen Umständen geschieht, ist das Risiko, derartige Gesundheitsschäden zu erleiden gering. Beim Eintreten bestimmter Umstände, z.B. beim Verzehr hoch kontaminierter Lebensmittel, der Verwechselung von Lebensmitteln mit gefährlichen Erzeugnissen oder bei Lebensmittelverfälschungen, ist dieses Risiko jedoch konkret gegeben.

Daneben müssen beim Auftreten geringer Gehalten der betreffenden Stoffe im Lebensmittel im Interesse des vorsorglichen Verbraucherschutzes auch die potentiellen (unter bestimmten Umständen denkbaren) Risiken in Betracht gezogen werden. Diese reichen von rein hypothetischen, aber nicht auszuschließenden Restrisiken in einer breiten Skala bis zu begründeten Verdachtsfällen. Ein solches Risiko bedeutet nicht, dass eine Gesundheitsgefahr tatsächlich vorhanden oder zu erwarten ist, sondern drückt nur die mehr oder weniger wahrscheinliche Möglichkeit einer Gefährdung aus. Die Frage, bei welchen Schadstoffgehalten in Lebensmitteln potentielle Risiken in konkrete Gefahren umschlagen oder gar geeignet sind, die Gesundheit zu schädigen, ist außerordentlich schwer zu beantworten. Meistens fehlen hierzu die notwendigen Erfahrungen am Menschen und ausreichende Kenntnisse über bestimmte Risikogruppen. Auf keinen Fall sind Überschreitungen der aus Vorsorgegründen festgelegten Höchstmengen für Schadstoffe zwangsläufig mit konkreten Gefährdungen gleichzusetzen. In der Regel sind immer noch ausreichende Sicherheitsabstände vorhanden.

Zur richtigen Einordnung des von Schadstoffen in Lebensmitteln unter Umständen ausgehenden Risikos darf keineswegs vergessen werden, dass andere Ernährungsrisiken eine weitaus größere Rolle spielen.

Die größte Gefahr für die Gesundheit geht von falschem Ernährungsverhalten im Sinne von Überernährung, einseitiger Ernährung und Alkoholmissbrauch aus. Zweitwichtigstes Risiko stellen Lebensmittelinfektionen und -vergiftungen durch pathogene (krankmachende) Mikroorganismen dar. Allein für den Zeitraum 1982 bis 1986 wurden in der Bundesrepublik Deutschland etwa 250.000 mikrobiell bedingte Erkrankungen, bei deren Entstehung die Beteiligung von Lebensmitteln erwiesen oder wahrscheinlich ist, mit fast 400 Todesfällen registriert. Demgegenüber haben Risiken durch Schadstoffe in Lebensmitteln eine untergeordnete Bedeutung.

Wenn trotzdem immer wieder Gesundheitsrisiken durch Schadstoffe in Lebensmitteln diskutiert werden, sollte dies keine unnötige Angst und Sorge hervorrufen, sondern als Ausdruck von Bemühungen verstanden werden, auch sehr geringe Risiken aus Vorsorgegründen ernst zu nehmen und so weit wie möglich zu vermeiden.

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