Schweinestaat
titelte Franziska Walser am 20. März ihren sehr interessanten Artikel in der FTD.
Die Eichkamp-News berichtete am 8. und 9. April.
Bei uns wird die Selbsthilfe geprobt - Vicent stellte in der Kurländer Allee sein Schild auf - natürlich in Augenhöhe der Tiere.

Wildschweine, Hunde, Katzen und weitere Haustiere. Betreten Verboten!
Die Eichkamp-News berichtete am 8. und 9. April.
Bei uns wird die Selbsthilfe geprobt - Vicent stellte in der Kurländer Allee sein Schild auf - natürlich in Augenhöhe der Tiere.

Wildschweine, Hunde, Katzen und weitere Haustiere. Betreten Verboten!
macroha - 2008.04.10, 11:31
Schweinestaat
Bewohner der Siedlung Heerstraße Datum: August 1995
An den
Innensenator der Stadt Berlin
Herrn Prof. Dieter Heckelmann
Fehrbelliner Platz 1
10707 Berlin
Regelmäßiges Eindringen von Wildschweinen in die Siedlung Heerstraße
Sehr geehrter Herr Senator,
seit Monaten werden die Anwohner der Siedlung Heerstraße (Waldschulsiedlung) von den Wildschweinen aus den Berliner Forsten geplagt, die sich in riesigen Rudeln durch die Siedlung graben und Anwohner sowie Haustiere in Angst und Schrecken versetzen. Die von uns angesprochenen Forstämter sowie die Polizei erklären sich als nicht zuständig und Herr Kassebohm nimmt diese Angelegenheit ebenfalls nicht sehr ernst. Er speist die Bürger im Tagesspiegel vom 5.8.1995 mit unpraktikablen Ratschlägen ab: Man solle die Mülltonnen verschließen, stabile Zäune 25 cm tief in die Erde einlassen und die Kinder am Streicheln und Füttern hindern, denn es seien schließlich wilde Tiere.
Jeder Hundebesitzer wird selbstverständlich zur Kasse gebeten, wenn sein Vierbeiner auf der Straße oder in fremden Gärten Schaden anrichtet, jemanden angreift oder seine Notdurft an ungeeignetem Ort verrichtet. Erinnern Sie sich an den letzten Sommer, als ein Badesee wegen eines Krokodils gesperrt werden mußte und dieses mit großem Polizeieinsatz unter hohen Kosten gefangen wurde.
Die Wildschweine richten Nacht für Nacht in unseren Gärten große Schäden an: Blumenzwiebeln werden aus dem Boden gewühlt, Stauden geknickt und heruntergetreten, der Rasen umgepflügt und die teuren Zäune durchbrochen oder umgeworfen. Die Bewohner der Siedlung stehen verschreckt und empört an ihren Fenstern oder die Beherzteren unter ihnen versuchen mit Silvesterknallern, Besen und Stöcken die ungebetenen Gäste zu vertreiben. Am nächsten Morgen sehen wir unsere Nachbarn traurig und verzweifelt durch die zerwühlten Gärten gehen. Die Mühen der liebevollen und oft sehr teuren Gartenarbeiten waren umsonst. Man besichtigt die Schäden, versucht sie notdürftig zu reparieren und weiß genau, daß es nicht lange dauern wird, bis die nächtliche Gartenbrigade wieder am Werk sein wird. Grunzend und stinkend verrichten sie ihre Arbeit und Notdurft. Nähert man sich ihnen, um sie daran zu hindern, geben sie gefährliche Laute von sich und nehmen drohende Haltung an. So kann das nicht weitergehen!
Wir bitten Sie, sehr geehrter Herr Senator, uns folgende Fragen zu beantworten:
1. Wem gehören juristisch gesehen die in den Berliner Forsten lebenden
Wildschweine und wer ist im Sinne der Haftpflicht für Schäden, die diese Tiere
anrichten, verantwortlich?
2. Wer ist zuständig für den Schutz der Bürger und ihres Eigentums in der Siedlung
Heerstraße vor diesen Wildschweinen?
3. Gedenkt der Senat wirksame Schritte gegen die Überpopulation der Wildschweine
in den Berliner Forsten zu unternehmen?
4. Wie verhält es sich mit der in Brandenburg aufgetretenen Schweinepest bezüglich
der Übertragung auf die Wildschweine in den Berliner Forsten?
Mit dem Wunsch nach baldiger Antwort und schnellstmöglichen Schutzmaßnahmen grüßen Sie die besorgten und verängstigten Bewohner der Siedlung Heerstraße.
Mit freundlichen Grüßen
Wie
Lieber M17
Gruß, N11