macroha - 2008.05.07, 20:38

Hier noch einmal die Antwort

des Senats aus dem Jahre 1995 auf unsere Fragen - als Kommentar eingefügt und von der Hauptseite gelöscht.

macroha


Zunächst aber erst ein Lob:
Die damalige Antwort hat der Bearbeiterin sicher viel Arbeit bereitet, was sie aber nicht davon abhielt, uns sehr kompetent und ausführlich zu berichten. Nach diesem Schreiben konnten wir uns tatsächlich ein gutes Bild von den Zusammenhängen machen.

Auch der spätere Internetbeitrag ist gut, wovon Sie sich unter dem nachfolgenden Link überzeugen können.
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten/wildtiere/de/wildschwein.shtml

Zur Rechtslage:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten/wildtiere/de/rechtslage.shtml

ebeli - 2008.04.10, 18:00


Antwort /Abschrift:

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz Lindenstraße 20-25, 10969 Berlin
Dienstgebäude:
Max-Brunow-Str.4
10369 Berlin

Geschäftszeichen III A 43 Bearbeiter Fr.Heising Zimmer 208 Durchwahl 4214-1131 Datum 25.08.1995


Betr.: Schwarzwild im Stadtgebiet
Vgg.: Ihr Schreiben vom 14.08.1995

Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

für Ihr Schreiben vom 14.8.1995 haben wir viel Verständnis.
Die Probleme sind uns, insbesondere aber auch den Berliner Forsten bekannt.

Das Vordringen der Wildschweine in die Stadtgebiete, insbesondere während der Frühjahrs- und Sommermonate hat vielfältige Ursachen. Zum einen erfolgt gerade in dieser zeit eine Verknappung des Nahrungsangebotes im Wald und auf landwirtschaftlichen Flächen und zum anderen gibt es ein offensichtlich verlockendes Angebot in den gepflegten Gärten. Aber auch die Anpassungsfähigkeit des Schwarzwildes ist nicht zu unterschätzen. Zudem hat in den letzten Jahren, bedingt durch die milden Winter, auch der Schwarzwildbestand enorm zugenommen. Das verstärkte Auftreten von Wildschweinen im unmittelbaren Stadtgebiet wird noch dadurch unterstützt, dass Bürger das Schwarzwild füttern und somit in die Siedlungsgebiete locken. Zum Teil haben einzelne Rotten den Wald total verlassen. Sie sind in Gebieten heimisch geworden, in denen faktisch nicht gejagt werden darf.

Gemäß § 960 (1) BGB sind wilde Tiere herrenlos, solange sie sich in Freiheit befinden. Ein Eigentum kann der Jagdausübungsberechtigte erst nach dem Erlegen oder Einfangen von Wild begründen.

Gemäß § 6 Bundesjagdgesetz ruht in befriedeten Gebieten (dazu zählen alle von Menschen bewohnten Gebiete) die Jagd grundsätzlich. Ausnahmen sind nur in begründeten Einzelfällen zulässig. Nach diesen Vorschriften sind unsere Forstbeamten auch nicht berechtigt, außerhalb der von ihnen bewirtschafteten Flächen Abschüsse zu tätigen.

Auch ist das Problem mit Abschüssen allein nicht zu lösen. Abschüsse in Wohngebieten sind ein erhebliches Risiko für die Anwohner und schaffen keine dauerhafte Abhilfe. Als eine vordringliche Aufgabe sehen wir daher die Aufklärung der Menschen an, die in der Nähe solcher Gebiete wohnen, d.h. Anleitung zur Schadensabwehr bzw. Vorbeugung, da gemäß § 37 (1) Landesjagdgesetz Berlin auch der Wildschaden auf Grundflächen, auf denen die Jagd ruht oder nicht ausgeübt werden darf, nicht ersetzt wird.

Eigentümer bzw. Nutznießer der Grundstücke sind daher selbst für den Schutz dieser Flächen verantwortlich. Als Schutzmaßnahme bietet sich ein bestimmten Normen unterliegender Zaun an. D.h. der Zaun muß über dem Erdreich mindestens 1,50 m hoch sein und sollte 20 cm tief in die Erde eingegraben und nach außen umgelegt werden. Ein Spanndraht wird dann im Erdreich zwischen den Zaunpfählen gezogen und mit dem eingegrabenen Maschendraht verhakt. Das verhindert das sogenannte Hochheben der Zäune durch das Schwarzwild. Die Berliner Forsten empfehlen als Material Ursus-Drahtgepflecht. Auch kann man bei Jagdausstattern sogenannte „Wildvergrämungsmittel“ erwerben, die durch ihre Geruchsubstanzen Wildtiere fernhalten.

Von unserer Verwaltung wird z.Z. ein Informationsblatt erarbeitet, das sich mit dieser Problematik befasst und den Anwohnern der betroffenen Gebiete ein kleiner Ratgeber sein soll.
Falls von den Wildschweinen eine direkte Gefahr ausgeht, besteht nur die Möglichkeit, die Polizei zu verständigen.

Selbstverständlich sind die Forstbeamten aber bemüht, den Wildschweinbestand auf den forstlich bewirtschafteten Flächen zu reduzieren. Die Ausübung der Jagd durch sie ist allerdings dadurch eingeschränkt, daß sie diese Dienstpflicht neben allen anderen Dienstpflichten wahrnehmen müssen, dennoch ist im letzten Jagdjahr der Abschuß von Schwarzwild im Bereich der Berliner Forsten von 659 Stück im Jagdjahr 1993/94 auf 936 Stück im Jagdjahr 1994/95 erhöht worden.

Auch wir sind mit dem Stand der Problematik äußerst unzufrieden, so dass wir über die bisherigen Einzelmaßnahmen hinaus gezielte und umfassende Maßnahmen zur Dezimierung des Schwarzwildbestandes einleiten wollen. Im einzelnen sind wir dabei auf das konstruktive Mitwirken anderer Dienststellen angewiesen, um das wir uns gegenwärtig bemühen. Wir haben den Spätsommer als geeigneten Zeitraum für die beabsichtigte Maßnahme vorgesehen.
Für diese Aktion sind zahlreiche Ausnahmegenehmigungen erforderlich, auch müssen die Bürger der betroffenen Gebiete im Vorfeld informiert werden, damit eventuelle negative Reaktionen weitgehend ausgeschlossen werden können.
Diese Information wird so schnell wie möglich erfolgen.


Wir hoffen, daß die Situation durch diese Schritte zumindest entspannt werden kann, wenn auch die Ursachen, die zum Auftreten des Schwarzwildes führen, letztlich nicht beseitigt werden können.


Zu dem von Ihnen angesprochenen Problem bezüglich der Schweinepest möchten wir Ihnen anschließend folgendes mitteilen:

Die Schweinepest ist eine ansteckende, fieberhaft verlaufende, virusbedingte Seuche. Hauptüberträger der Schweinepest sind Schweine, die das Virus bereits ausscheiden, bevor sie sichtbare Krankheitserscheinungen zeigen.
Schweinepest gehört zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Bereits bei einem Verdacht müssen Jäger und auch Landwirte diesen beim Veterinäramt anzeigen. Alle in Berlin erlegten Schweine werden von den Jägern und auch von den Veterinären auf die Symptome der Schweinepest untersucht. Bisher ist in Berlin kein Fall von Schweinepest aufgetreten.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
gez. Kassebohm

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

Suche:

 

Leserbrief schreiben

Lesermails / -kommentare

Lecker
Toll gemacht! Fernsehköche Adieu.
Suschna (anonym) - 2008.06.17, 10:18
Dankeschön!!
Es war wirklich ein schönes Fest. Auch war es...
Kyra Ritschewald (anonym) - 2008.06.04, 13:55
ZU VERSCHENKEN!
Mit diesem Hinweis - auf einer A3 oder A4 Seite - wurden...
macroha - 2008.05.18, 23:12
Na, wenn der Rasen in...
wird ja alles wieder gut. Da gab es doch die skeptischen...
schue - 2008.05.15, 23:07
Zufall, keine Montage.
Als alter Wassersportler ist mir die Tradition als...
macroha - 2008.05.13, 20:13
Prost bei Durchblick!
Übrigens Blickachse: In einer TV-Sendung über...
schue - 2008.05.13, 20:00
Unsere Briefträgerin
Bei dem Berg muss sie ja sausen und dennoch: Bei uns...
ebeli - 2008.05.09, 22:53
Bekanntes Gesicht, unbekannter...
so ist das nun mal mit Leuten, die unseren alltäglichen...
schue - 2008.05.09, 09:39
Hier noch einmal die...
des Senats aus dem Jahre 1995 auf unsere Fragen - als...
macroha - 2008.05.07, 20:38
Ein schöner und...
der mich völlig überzeugt. Als Kunstbetrachter...
schue - 2008.05.05, 09:07

Eichkamp-News Aktuell

Mitteilungsblatt
Das aktuelle Mitteilungsblatt finden Sie in Ihrem Briefkasten...
e18 - 2008.07.04, 07:28
Erinnerung: Tag der offenen Gärten
von e18 Am 5. Juli öffnen dieses Jahr Eichkamper...
e18 - 2008.07.03, 13:30
Nochmal Albert Speer
von Uwe Neumann Hans Stephan »Die große...
e18 - 2008.07.03, 08:52
ERINNERUNG: Forum Eichkamp am 8. Juli, 19.30h
von e18 Der nächste "ordentliche" Termin des...
e18 - 2008.07.02, 07:24
Die alten Römer in der Waldschule
von e18 Die Wald-Oberschule vermeldet eine sensationelle...
e18 - 2008.07.01, 07:41
Gratulation dem Europameister
von e18 Die Spanier hatten gestern nicht nur die...
e18 - 2008.06.30, 07:45
Das Sonntagsrätsel
von e18 Anklicken zum Vergrößern Das...
e18 - 2008.06.29, 09:00
Tag der offenen Gärten in der Siedlung Heerstraße
von e18 Dieses Wochenende hat's in sich: Kino unterm...
e18 - 2008.06.27, 10:55
Kino unterm Eichkamp-Himmel diesen Samstag
von e18 Samstag abend erwartet uns wieder Kino für's...
e18 - 2008.06.26, 18:01
WIENALE!
von e18 Wir sind im Finale! Über 100 Eichkamper...
e18 - 2008.06.25, 23:20

Homepages aus dem Kietz

______________________________ GospelBootBerlin ______________________________ Ewald Schürmann ______________________________ Pension Rotdorn ______________________________ Westend-Apartments

Alt oder Jung?

Online seit 1102 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2008.07.01, 22:19

Besucherzähler aktiv seit: 20.01.2007

kostenloser Counter


01 Termine
02 News
03 Mitmachen
04 Geschichte
05 Denkmalschutz
06 Kummerkiste
08 Tipp
09 Einblicke
10 Kunst & Kultur
11 Kirche
12 Kinder
13 Schulen
14 Wir kochen & essen
15 Was wir essen
16 Menschen
17 Garten
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren